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Historischer Verein besucht Lünette 42

Der Historische Verein Rastatt folgte am Montag, 31. August einer Einladung zur Besichtigung der noch Herr Held erläutert den Werdegangerhaltenen und restaurierten Lünette 42 der Bundesfestung Rastatt am Röttererberg. Herr Held, Leiter des Familienzentrums und Mehrgenerationenhauses in der Franz-Philipp-Straße, ließ die Geschichte des Gebäudes und insbesondere seine verschiedenen Verwendungszwecke vor den Augen der Zuhörer ablaufen. Die Lünette 42 gehörte zu den insgesamt 48 Außenwerken, die der Bundesfestung vorgelagert waren.
In der Sprache der Festungsbaumeister wurden diese Gebäude Lunette genannt, errichtet auf dem Grundriss einer Mondsichel (vgl. lat. luna, frz. lune = Mond bzw. lunette = kleiner Mond).  
Das ursprünglich für militärische Zwecke errichtete Bauwerk wurde nach Aufhebung der Festung im Jahr 1890 bis in die 1950er Jahre sowohl gewerblich wie privat genutzt: vom Friedenspulver- magazin über Die Lünette 42 heuteHühnerzucht bis zum Fabrikations- und Lagerraum.  Mit dem Eintrag ins Denkmalbuch wurde die Lunette 42 im Oktober 1957 unter Denkmalschutz gestellt.
Weitere 25 Jahre später wurde das komplett restaurierte Gebäude im August 1982 seiner Bestimmung als „Musikschule und kulturelle Bildungsstätte für Behinderte“ übergeben. Im Laufe der Jahre und über verschiedene Etappen entwickelte sich die Einrichtung zum heutigen Familienzentrum und Mehrgenerationenhaus.
Neben ihren ursprünglichen musik-kulturellen Angeboten beschäftigen sich die Mitarbeiter der Einrichtung mit Kindern, bei denen sehr früh schon Entwicklungsverzögerungen oder Beeinträchtigungen festgestellt werden, mit Eltern denen die Erziehung schwer fällt, mit Ausländerkindern, die zwischen
 Der noch vorhandene Schlusssteinden Kulturen und Sprachen eingeschlossen sind, aber  auch mit Erwachsenen, denen noch ein Leben auf höherer Lebensqualität ermöglicht werden kann. Eingesetzt werden entsprechend hochwertige Fachleute wie Pädagogen und Therapeuten aller Spezialgebiete. Träger der Einrichtung ist die Reha-Südwest für Behinderte gemeinnützige GmbH mit Sitz in Karlsruhe.
Natürlich kam die Besichtigung des Gebäudes nicht zu kurz. Herr Held zeigte den Hobbyhistorikern jeden Winkel der Lünette und wies auf besondere architektonische Lösungen hin, die in dem denkmalgeschützten Bauwerk erforderlich waren. Eine in den Kopien der alten Bauzeichnungen vorhandene Kellertreppe konnte nicht gefunden werden und einige Fensterstürze ließen Fragen offen. Die Architektur des begrünten Daches fand weltweit Anerkennung und wurde im Rahmen eines Kongresses ausgezeichnet. Als Leckerbissen steht noch eine Originalfestungspumpe vor der Schule, die mittels bunter Fahnen auf sich aufmerksam macht.

 


Zu den Bildern:
1 Herr Held erläutert den Werdegang des Bauwerks,
2 die Lünette heute
3 Der Schlussstein 1858
Text Gerhard Schuster,
Fotos Gerhard Schuster, Reiner.Schulz
11.10.2009
 

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