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Aus den BNN Ausgabe 30. März 2010

Segelflugzeuge erobern den Himmel
Flughafen Baden-Oos: Der Luftakrobat Fritz Schindler wird ein Volksheld

Segelflugbetrieb_web

MENSCHENMASSEN UND EIN FLUGZEUG: Zu Beginn der zivilen Luftfahrt ist die Eroberung der Lüfte für viele Menschen eine unglaubliche Sensation. Foto: pr

Nachdem in Baden- Oos die Zeppelin-Ära beendet war, versuchte man nach dem Ersten Weltkrieg einen Neuanfang mit dem Bau von Segelflugzeugen. Im Jahre 1921 wurden die Segelflugwerke gegründet, die als erste Segelflugzeuge in Serie herstellten, später nannte sich die Firma Weltensegler- Gesellschaft.
   Produziert wurden die Typen „Weltensegler“ und „Feldberg“, 1923 machte man sich an die Produktion eines Schulungsdoppelsitzers. Höhepunkt war auch die Flugshow des in der Weimarer Republik sehr populären Flugakrobaten Fritz Schindler im Jahr 1920. Die Weltwirtschaftskrise und die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten bedeuteten auch in Baden-Baden eine Zäsur der zivilen Luftfahrt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Baden-Baden Sitz der französischen Militärregierung, die Besatzungsmacht nutzte auch das Flugfeld in Oos. Sie verlängerten die Startbahn auf 1 200 Meter und bauten die Lochplattenpiste, die Ende der 1960er Jahre von einer Asphaltlandebahn abgelöst wurde.
       Den zivilen Flugbetrieb organisierte die Flughafen GmbH, an der die Stadt beteiligt war. Ab 1960 waren auch die beiden Segelflugvereine in Oos angesiedelt, der Areo-Club Baden- Baden und die Flieger-Gruppe Gaggenau  die bis dato ihre Heimat in Rastatt auf der Baldenau hatten. Im Westen der Landebahn hatten die Vereine Grünland angemietet, auf dem sie Hallen und Werkstätten errichteten. Im Jahr 2000 wurde der Motorflugbetrieb in Oos eingestellt und auf den Regionalflughafen Baden Airpark verlagert. Der Flugplatz Oos wurde als Sonderlandeplatz ausgewiesen, Motorflugzeuge sind nur noch für den Vereinsbetrieb zugelassen.
      Beim Jubiläumsfest am 24. und 25. Juli auf dem Flugplatz Oos kommen Flugnostalgiker auf ihre Kosten: Die legendäre Junkers Ju 52 –  Spitzname „Tante Ju“ – der Schweizer JU-AIR wird für Rundflüge über die Region zur Verfügung stehen. Die 40 Minuten dauernden Rundflüge starten am Samstag um 11.30, 14, 15, 16 und 17 Uhr, am Sonntag um
 10, 11, 14, 15 und 16 Uhr. Auch die Vereinsflugzeuge stehen für Rundflüge zur Verfügung.
        Die Piloten von Aero-Club und Flieger- Gruppe zeigen zudem Kunstflugvorführungen mit Segel- und Motorflugzeugen. Im Hangar komplettiert eine Modellflug-Ausstellung das Programm. Alle Informationen zum Jubiläum sind im Internet unter www.flugplatz-badenoos. de abrufbar.

Georg Keller
 

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Freitag, 14. Januar 2011

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