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„Quartier Turkenlouis“ gibt es nicht mehr.

Türkrnlouis Kaserne_web

Den Vorbeifahrenden auf der Bundesstraße 3 in Richtung Iffezheim ist inzwischen aufgefallen, dass die vormaligen zweieinhalbstöckigen Kasernengebäude des einstigen „Quartier Turkenlouis“ dem Abbruchbagger zum Opfer gefallen sind. Dabei wurden die Keller verfüllt und nun ist die Frage, was mit dem ehemaligen Areal der französischen Armee weiter passiert.
Beim zuständigen Mitarbeiter der „Bundesanstalt für Immobilienaufgaben“ in Freiburg bedauerte man gegenüber dem Historischen Verein, dass „keine genaueren Angaben“ gemacht werden können. Dabei sei der Abbruch der Gebäude aus „Gründen der Verkehrssicherheit“ erfolgt. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatten die französischen Besatzungstruppen ohne Kanalisation die Kasernengebäude hochgezogen. Dieses war auch der Grund dafür, dass nach dem Abzug der Franzosen ab 1999 kein Folgenutzer gefunden werden konnte. So liebäugelte das „Technische Hilfswerk (THW)“ mit dem Gelände, musste aber dann wegen der fehlenden Anbindung passen.
Das einzige intakte Bauwerk, das auf dem Gelände des ehemaligen „Quartier Turken-louis“ verblieben ist, stellt der Westwallbunker des Typs „Regelbau 10“ dar. Dieser wurde dem Historischen Verein von der Bundes-Immobilienanstalt zur Betreuung überlassen. Viele hundert Stunden an Arbeitseinsätzen investierte man inzwischen, um die Sinnlosigkeit militärischen Handelns und die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf Rastatt und die Region dokumentieren zu können. So hat das „Vorzeigemahnmal“, das unter der Regie von Thomas Eck wieder in einen originalen Zustand versetzt worden ist, bundesweit Beachtung gefunden.
„Wir wollen aber gerade Schulklassen die Auswirkungen des Krieges auf die Bevölkerung vor Augen führen“, fügt Dieter Wolf vom Historischen Verein an. So kann neben der Bunkeranlage eine sehenswerte Dokumentation geboten werden, die eindrucksvollen Fotografien zu Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs in Rastatt, aber auch Gegenstände enthält, die eigentlich für sich selbst sprechen und bei Führungen in den entsprechenden Kontext gestellt werden. 
Informationen zu Führungen gibt es beim Historischen Verein unter www.hist-ver-rastatt.de und dem Link „Westwall“. oder “Veranstaltungen”
Bild: Dort, wo sich vormals die französischen Kasernen des „Quartier Turkenlouis“ befanden, ist heute nur eine leergefegte Fläche, die auf eine weitere Verwendung wartet. Vorhanden ist allerdings der Westwallbunker, ein „Regelbau 10“, um den sich der Historische Verein kümmert und Führungen anbieten kann.

Text R.Wollenschneider  Foto: Reiner Schulz
BNN 15.04.2011
 

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