Dokumente von Corvin

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Während der Belagerung 1849

Briefe des Chefs des Generalstabs Oberstlieutenant von Corvin an den
 Gouverneur der Festung Oberst Tiedemann

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Otto von Corvin

Bearbeitet von Frau Irmgard Stamm

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Gustav Tiedemann


Der Cheff des Generalstabs Oberstlieutenant Corvin an den Gouverneur der Festung Bürger Oberst Tiedemann

Betreff: Morgenbericht

[Daneben am Rand: Verfügungen des Gouverneurs] farbig  unterlegt

Es geben sich einige Leute in der Stadt fortwährend Mühe, beunruhigende Gerüchte in offenbar böswilliger Absicht zu verbreiten. Es scheint mir sehr zweckmäßig gegen derlei Leute sehr strenge Maßregeln zu ergreifen. Lieutenant Hain wollte mir einige wichtige Mittheilungen in Bezug auf den Wirth zum Waldhorn machen, welcher durch irgendwelche Mittel sich für verschiedene Personen Passirscheine zu verschaffen wußte und auf diese Weise einen verdächtigen Verkehr nach Aussen unterhält. Sobald mir das Nähere berichtet sein wird, werde ich Rapport darüber machen.

Ist Extra Meldung anzufertigen wegen des Wirth zum Waldhorn, dieselbe wird mir vorgelegt.

Hauptm [Honig] d. 7 Comp. d. Knollschen Corps meldet hat einen Theil der Leute zu desertiren verleitet, indem er ihnen Passierscheine verschaffte … verdächtig.

Im Festungshospital Zimmer Nro. 2 liegen schon seit längerer Zeit zwei verwundete Officiere vom freiwilligen Arbeiterbataillon aus Mannheim,

Hauptmann Kinkel und Lieutenant Morhof.

Beiden geht es sehr schlecht, da Niemand für sie sorgt. Sie haben beide ihre Löhnung nicht erhalten, da sich ihr Bataillon nicht hier befindet. Ich frage hiermit an, ob ich sie als zur Disposition gestellt betrachten und für Auszahlung ihrer Löhnung sorgen kann.

Da das Mannheimer Arbeiter Batl. hier ist dürfte dasselbe für dieselben gesorgt haben worüber sich Erkundigungen einzuziehen ist, sonst wären sie als disponibel dem Stabe zuzutheilen.

Nach den von einigen Bataillonen eingegangenen Meldungen befinden sich bei denselben 38 Schuhmacher, welche wohl herbeizuziehen und zur Handwerkercompagnie einzutheilen sein möchten. Die Bildung einer solchen Handwerkercompagnie wäre wohl sehr zweckmäßig und könnte dieselbe unter Aufsicht der Montirungscommission gestellt werden.

Die 38 Schuhmacher sind sogleich der MontierungsCommission durch heutigen Platzbefehl zuzuweisen, sie werden bei den Abtheilungen als commandirt zu führen … Verpflegung bei ihrem Corps. Sie sind im Schlosse zu caserniren, wenn möglich, worüber Erkundigungen einzuziehen sind.

Bis jetzt habe ich noch keinen Officier finden können, welcher zum Cheff der neu eingerichteten Festungsgensdarmerie tauglich wäre, denke denselben aber bis zur Parade gefunden zu haben.

Von der Linie möglichst zu nehmen, auch dürfte sich dieser Gegenstand zum Kriegsrath eignen.

Gestern gegen Abend habe ich angeordnet, daß von Fort A aus einige Probeschüsse aus Mörsern geschehen sollten. Es ist indessen kein Schuß gefallen. Ich schlage vor, die fünf großen Mörser, welche auf dem Schloßhof stehen, noch zu postiren, damit man einem neuen Bombardement mit bedeutender Überlegenheit begegnen kann.

Bürger Major Heilig zu befragen.

Das Abmähen des Getreides von Fort B hat unter dem Schutze einer Compagnie begonnen. Es geht langsam vor sich und besonders scheint es an Wagen zu fehlen. Einzelne Preussen, die sich zeigten,  wichen bei den ersten Schüssen zurück.

Commd. Fort B zu befragen

An der Rheinau haben die Preussen die Brücke in Brand zu stecken gesucht. Ich habe noch keine Meldung, ob es vollständig gelungen ist.

Rastatt 12/7/.49  Corvin Oberstleutnant Cheff d. Generalstabs   

Brief mit einer Skizze der Ludwigsfeste (Fort B) und besagter Brücke

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Das letzte Protokoll des Kriegsrates
geschrieben von Ernst Elsenhans
 

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1849-07-21 S. 96_web

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